Meine Bücher

Auf den Spuren von Madame Vromant in Dieppe

Seit meinem Besuch in Dieppe im letzten Sommer stand für Arabell fest: Da muss ich auch hin! Jetzt war es soweit.

Arabell hat sich ein verlängertes Wochenende auf den Weg gemacht. Nicht nur, um endlich an der echten Haltestelle zu stehen, sondern auch um sich auf Spurensuche zu begeben.

Wer kennt Madame Vromant?

Ich hatte zum Erscheinen des Buches versucht, Kontakte nach Dieppe zu knüpfen. Wenn wir schon eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit veröffentlichen, dann wollten wir diese Geschichte auch in die Stadt zurücktragen. Zwar gibt es unser Buch (bislang) nur auf Deutsch, trotzdem schien es mir nur recht, dem Bürgermeister zu schreiben und ihm eine Ausgabe zu schicken, um ihm davon zu erzählen, welche Wirkung die einstige Bürgerin von Dieppe weit über ihre Heimat hinaus hatte.

Leider blieb der Brief unbeantwortet (vielleicht kam er auch nie an?) und eine Email fand ebenso wenig Resonanz. War man irritiert über den Kontakt aus Deutschland? Konnte man unser Ansinnen nicht einordnen? Hatten wir den falschen Personen geschrieben? Oder war gar die Geschichte von Madame Vromant in Vergessenheit geraten?

Das waren Fragen, die uns in den letzten Monaten umtrieben, und Arabell war wild entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Sie begann ihre Spurensuche natürlich an der Haltestelle: „Kennen Sie Madame Vromant und ihre Geschichte?“ – Nein, keiner der Wartenden hatte eine Ahnung. Oha! Sie hatten sich wohl anders als Raphaël in meiner Geschichte nicht gefragt, woher der Name der Station kam, an der sie standen.

Spurensuche in der Stadt

Arabell zog weiter. In der Touristen-Information hatte der junge Mann am Schalter auch noch nie von Madame Vromant gehört – dabei könnte man aus der Bushaltestelle eine wahre Touristen-Attraktion machen. „Vielleicht fragen Sie im Stadtarchiv?“

Gesagt, getan. Ausgestattet mit ihrem Schulfranzösisch und einem eisernen Willen, machte sich Arabell auf den Weg. Dort kannte zwar auch keine der Damen Madame Vromant, aber man fand etliche Zeitungsberichte und war begeistert, die Geschichte (wieder) zu entdecken.

Arabell erfuhr, dass der Notar, der 2008 die über 200 Erben ausfindig machte, 2022 verstorben ist. Sein Sohn führt die Kanzlei fort, jedoch nicht in Dieppe – kein Wunder, dass meine Recherche an dieser Stelle nicht weiter gekommen war.

Ermutigt fragte sich Arabell weiter durch den Tag: die Kellnerin im Restaurant (nein – aber was für eine wundervolle Geschichte), auf dem Markt (leider nein – nie gehört) und im Buchladen (tut uns leid, kennen wir nicht).

Am Sonntagmorgen fror sie in der katholischen Messe, nur um den Pfarrer hinterher zu befragen (oh, ich bin erst seit 3 Jahren hier in Dieppe) und stürzte sich in das Gewühl eines großen Flohmarktes. Und siehe da: Quelle surprise!

Hier fand sie einen Stand der Stadtverwaltung und den Sprecher des Bürgermeisters. Und: Er kannte die Geschichte der Madame Vromant! Der erste nach über 20 Befragten in der Stadt! Hurra! (Aber leider wusste er nichts von meinem Brief).

Eine Geschichte kehrt an ihren Ursprung zurück

Wie gut, dass ich den Klappentext ins Französische hatte übersetzen lassen.

Den Waschzettel schickte ich zusammen mit meinem ursprünglichen Brief für den Bürgermeister sofort an unseren neuen Kontakt im Rathaus. Denn wir haben noch einen kleinen Traum (abgesehen von einer Übersetzung des Buches): Es wäre großartig, wenn „Die Haltestelle der Madame Vromant“ in die Strand-Bibliothek von Dieppe als Spende einziehen dürfte.

Damit ihr und alle Touristen diese besondere Geschichte aus Dieppe mit Blick aufs Meer lesen könnt – les pieds dans l’eau. Das wäre wundervoll.

P.S.: Investigativ-Reporterin Arabell gelang es tatsächlich noch, mit einer Angestellten des Busunternehmens zu sprechen, die Madame Vromant noch persönlich kannte (und auch zu ihren Erben zählte). Und sie machte den ehemaligen Bürgermeister ausfindig, der die Haltestelle im Juni 2013 einweihte.

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Jonna Struwe Kinderbuchautorin - www.jonnastruwe.de/ - #mollytrappelunddasknack

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