Autor*innenleben

Was Buchkäufer*innen wissen sollten

Was Buchkäufer*innen wissen sollten - www.jonnastruwe.de/aktuelles/ #autorinnenleben #buchmarkt

Hast du gewusst, dass selbst im besten aller Fälle Autor*innen nur max. 10 Prozent des Ladenpreises an ihrem Buch verdienen? Und zwar alle Autor*innen. Verlagsautor*innen genauso wie Selfpublisher*innen. Nein? Ich auch nicht, bis ich mein erstes Buch geschrieben habe. Noch mehr „Fun Facts“ heute auf dem Blog.

Kleines Buchmarkt-Wissen für Buchkäufer*innen

Wenn ein Buch in deinem Lieblingsbuchladen im Regal steht, dann wollen am Ladenpreis einige mitverdienen.

Da ist der Buchhändler, der ca. 30 Prozent des Ladenpreises behält (alles darunter wäre unrentabel).

Da ist das Barsortiment, das die Bücher über Nacht in den Laden liefert und dafür ebenfalls 30 Prozent des Buchpreises einstreicht.

Da sind Illustrator*innen, Buchsetzer*innen, Lektor*innen und Drucker*innen, die ebenfalls für ihre Arbeit bezahlt werden möchten – entweder vom Verlag oder den Autor*innen.

Man ahnt, dass da auch im besten Fall nicht viel übrig bleiben kann, was dazu führt, dass nur ca. 5 Prozent der Autor*innen in Deutschland vom Schreiben leben können, d.h. hauptberuflich schreiben.

Hauptberuflich oder nicht – für alle Autor*innen sind daher Lesungen und Buchmessen enorm wichtig für das Einkommen. Sie bringen Honorare und Direktverkäufe, die eine bessere Marge bedeuten. Leider hat beides hat in den letzten zwei Jahren kaum stattfinden können wegen der Pandemie. 

Konkret: Bei meinen Büchern bleiben mir im Schnitt pro verkauftem Buch 1,50 EUR. Wer also auf dem Kinderbasar für 2 EUR ein Buch weiter verkauft, bei dem bleibt mehr hängen als bei der/dem Autor*in im Buchhandel. (Nur so als Gedankenspiel). Natürlich darf und soll jede*r gerne Bücher weitergeben.

Immerhin: die Buchpreisbindung garantiert in Deutschland, dass kein Rabatt-Krieg entsteht, der auch noch das letzte bisschen Marge frisst (anders z.B. in den USA und Großbritannien).

Bekommst du denn nicht auch Bibliothekstantiemen?, fragt jetzt vielleicht einer. Ja, richtig 3 Cent pro Ausleihe. Berechnet auf der Grundlage der Leihstatistik von 18 Referenzbibliotheken in Deutschland. Glück für den, der dort im Bestand steht und am besten mit mehr als nur einem Buch.

Konkret: Wäre mein Bilderbuch in jeder der 18 Bibliotheken im Bestand und würde dort jede Woche neu ausgeliehen (unrealistisch, denn die meisten Bücher bleiben eher vier als eine Woche in denselben Händen), dann beliefe sich meine Bibliothekstantiemen pro Jahr auf max. 28 EUR.

Zum Schreiben gehört also zunächst viel Idealismus und dann eine bunte Mischung aus Verkäufen im Buchhandel, auf Messen und bei Lesungen, garniert mit Bibliothekstantiemen und, wenn man ganz viel Glück hat, auch mal mit einem Preisgeld.

Und wenn du online Bücher kaufst, dann tu das gerne im Autorenweltshop, denn hier werden Autoren fair bezahlt.

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Jonna Struwe Kinderbuchautorin - www.jonnastruwe.de/ - #mollytrappelunddasknack

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